Plattformlift für Rollstuhl: Kosten, Zuschuss und Platzbedarf
Was ein Plattformlift für gerade und kurvige Treppen kostet, wie viel Platz er braucht und welchen Zuschuss Pflegekasse und Bundesland geben.
Thomas WeberStand 28. Oktober 20266 Min. Lesezeit

Wer im Rollstuhl sitzt, kann einen gewöhnlichen Treppenlift kaum nutzen. Das Umsetzen auf den Sitz ist oben und unten oft nicht möglich, und der Rollstuhl müsste getrennt nach oben. Ein Plattformlift löst das: Sie fahren mit dem Rollstuhl auf eine Plattform, und die fährt an einer Schiene die Treppe entlang. Hier lesen Sie, was ein Plattformlift kostet, wie viel Platz er braucht und wer dazuzahlt.
Für wen ist ein Plattformlift gedacht?
Der Plattformlift ist für Menschen gedacht, die im Rollstuhl sitzen oder sich nicht mehr sicher auf einen Sitz umsetzen können. Auch wer mit Rollator unterwegs ist und ihn oben und unten braucht, kann davon profitieren. Die Plattform nimmt den Rollstuhl samt Person auf. Klappbügel und Auffahrrampen sichern beim Fahren.
Können Sie noch sicher sitzen und kurz stehen, reicht meist ein Sitzlift. Er ist deutlich günstiger und braucht weniger Platz. Einen Überblick über alle Bauarten finden Sie im Ratgeber Treppenlift-Arten im Vergleich.
Was kostet ein Plattformlift?
Wie beim Sitzlift bestimmt die Treppe den Preis. Eine gerade Schiene ist ein Standardteil. Eine Schiene für Kurven und Podeste wird nach Maß gefertigt.
| Lösung | Übliche Spanne inkl. Einbau |
|---|---|
| Plattformlift, gerade Treppe | ca. 9.000 – 15.000 € |
| Plattformlift, kurvige Treppe | ca. 18.000 – 25.000 € |
| Hublift für wenige Stufen | ca. 5.000 – 18.000 € |
| Zum Vergleich: Sitzlift, kurvige Treppe | ca. 7.000 – 15.000 € |
Teurer wird es außerdem bei Außentreppen, bei mehreren Etagen und bei Sonderwünschen wie einer größeren Plattform. Planen Sie die jährliche Wartung mit ein und fragen Sie im Angebot nach dem Preis dafür.
Was Sie nach Abzug des Zuschusses selbst zahlen, rechnet Ihnen der Treppenlift-Rechner für Ihre Treppe aus.
Wie viel Platz braucht ein Plattformlift?
Deutlich mehr als ein Sitzlift. Die Plattform muss den Rollstuhl aufnehmen, und oben und unten braucht es genug freie Fläche, um auf- und abzufahren. Wie breit die Treppe sein muss, hängt vom Modell und von der Plattformgröße ab. Das klärt der Fachbetrieb beim Aufmaß vor Ort.
- Die Plattform lässt sich in der Regel hochklappen, wenn sie nicht gebraucht wird. So bleibt die Treppe für andere begehbar.
- Für draußen gibt es wetterfeste Modelle, etwa für die Treppe zum Hauseingang.
Hublift als Alternative
Zuschuss von Pflegekasse und Land
Ein Plattformlift zählt als Maßnahme zur Verbesserung des Wohnumfelds. Die Pflegekasse zahlt dafür bis zu 4.180 € je Maßnahme, schon ab Pflegegrad 1. Leben mehrere Pflegebedürftige zusammen, bekommt jede Person den Betrag, zusammen höchstens 16.720 €. Bei einem Lift für eine kurvige Treppe bleiben nach dem Zuschuss für eine Person noch etwa 13.820 – 20.820 €.
Die Pflegekasse muss über den Antrag in der Regel innerhalb von drei Wochen entscheiden. Schaltet sie einen Gutachter ein, hat sie fünf Wochen Zeit. Wie der Antrag abläuft, lesen Sie im Ratgeber Zuschuss für Umbauten.
Einige Bundesländer fördern Lifte zusätzlich. Ein paar Beispiele:
- Brandenburg: Bis 12.000 € Zuschuss, für Lifte und Rampen bis 14.000 €. Für Haushalte mit einer schwerbehinderten Person, in der Regel ab GdB 80.
- Hessen: Bis 50 % Zuschuss, höchstens 15.000 €. Ab GdB 50 oder Pflegegrad 2, nur für selbst genutztes Eigentum.
- Hamburg: Bis 20.000 € Zuschuss pro Wohnung. Für Eigentümer, die selbst im Haus oder in der Wohnung leben.
Die Übersicht für alle Länder steht im Treppenlift-Rechner. Landesprogramme wollen fast immer einen Antrag, bevor die Arbeiten beginnen.
Worauf Sie im Angebot achten
- Passt die Plattform zu Ihrem Rollstuhl? Nennen Sie dem Betrieb Breite, Länge und Gewicht mit Person.
- Wie wird der Lift bedient, von der Plattform aus und mit Ruftastern oben und unten?
- Sind Einbau, Anfahrt und die nötigen Elektroarbeiten im Preis enthalten?
- Wie lange gilt die Garantie, und was kostet die Wartung danach?
- Hilft der Betrieb beim Antrag für Pflegekasse und Land?
Holen Sie mindestens zwei Angebote ein. Wohnen Sie zur Miete oder in einer Eigentümergemeinschaft, lesen Sie vorher, was dort gilt, im Ratgeber Treppenlift: Kosten, Zuschuss und Antrag.
Häufige Fragen
Zahlt die Pflegekasse einen Plattformlift?
Ja, als Maßnahme zur Verbesserung des Wohnumfelds. Sie zahlt bis zu 4.180 € je pflegebedürftiger Person, ab Pflegegrad 1.
Was ist der Unterschied zwischen Plattformlift und Hublift?
Der Plattformlift fährt an einer Schiene schräg die Treppe entlang. Der Hublift hebt die Plattform senkrecht an und eignet sich für wenige Stufen, etwa am Hauseingang.
Kann die Treppe mit Plattformlift noch normal genutzt werden?
Ja. Die Plattform wird hochgeklappt, wenn niemand fährt. Wie viel Breite dann frei bleibt, hängt vom Modell ab.