Kleines Bad barrierefrei umbauen: Lösungen, Platzbedarf und Kosten
Auch kleine Bäder werden barrierefrei: Dusche statt Wanne, die richtige Tür, Platzbedarf nach DIN 18040-2 und bis zu 4.180 € Zuschuss.
Peter LehmannStand 28. Oktober 20265 Min. Lesezeit

Viele Bäder in älteren Häusern und Wohnungen sind klein, oft nur wenige Quadratmeter groß. Barrierefrei werden können sie trotzdem. Entscheidend ist, die Fläche geschickt zu nutzen: Die Wanne macht Platz für eine Dusche, die Tür öffnet anders, und Stauraum wandert an die Wand. Hier lesen Sie, welche Lösungen sich bewährt haben.
Wie viel Platz man braucht
Die Norm für barrierefreies Bauen (DIN 18040-2) sieht vor WC, Waschtisch und in der Dusche eine Bewegungsfläche von 120 × 120 cm vor, für Rollstühle 150 × 150 cm. Diese Flächen dürfen sich überschneiden. In einem kleinen Bad teilen sich deshalb Dusche, WC und Waschtisch oft eine gemeinsame freie Fläche in der Mitte.
Für einen Umbau in der eigenen Wohnung ist die Norm eine Orientierung. Wer ohne Rollstuhl auskommt, kann mit etwas weniger Platz gut leben, wenn Wege frei und Griffe in Reichweite sind. Ein Fachbetrieb misst nach und sagt Ihnen, was in Ihrem Bad möglich ist.
Lösungen für kleine Bäder
Dusche statt Wanne
Eine bodengleiche Dusche braucht weniger Platz als eine Wanne und lässt sich mit dem Rest des Bades verbinden. Ist sie ganz ohne Stufe gebaut, zählt ihre Fläche zur Bewegungsfläche. Erlaubt ist eine Absenkung von höchstens 2 cm, wenn der Übergang abgeschrägt ist. Der Tausch kostet meist 3.000 – 6.000 €. Wie er abläuft, steht unter Badewanne zur Dusche umbauen.
Duschwand zum Wegklappen
Eine Duschwand, die sich zur Seite klappen lässt, hält das Wasser in der Dusche und gibt den Platz frei, wenn sie nicht gebraucht wird. Ein Vorhang erfüllt denselben Zweck und kostet am wenigsten.
Tür nach außen oder als Schiebetür
Eine Tür, die ins Bad aufschlägt, frisst Bewegungsfläche. Die Norm sieht deshalb vor, dass Drehflügeltüren nicht nach innen öffnen. Lässt sich die Tür umhängen oder durch eine Schiebetür ersetzen, gewinnen Sie oft den entscheidenden halben Meter. Außerdem kommt man von außen besser herein, falls jemand hinter der Tür stürzt.
Wandhängende Möbel und Klappsitz
Ein wandhängendes WC, ein flacher Waschtisch und Hängeschränke lassen den Boden frei. Ein Klappsitz in der Dusche und Stützklappgriffe am WC verschwinden, wenn sie nicht gebraucht werden.
Die Wand muss halten
Kosten und Zuschuss
Dusche statt Wanne, Haltegriffe und ein erhöhtes WC kosten zusammen meist 3.230 – 7.300 €. Mit Pflegegrad zahlt die Pflegekasse bis zu 4.180 €, dann bleiben etwa 0 – 3.120 €. Planen Sie alles auf einmal, denn was zur gleichen Zeit umgebaut wird, zählt als eine Maßnahme. Den eigenen Umbau rechnet der Badumbau-Rechner aus.
Häufige Fragen
Wie klein darf ein barrierefreies Bad sein?
Eine feste Mindestgröße gibt es nicht. Die DIN 18040-2 sieht Bewegungsflächen von 120 × 120 cm vor, die sich überschneiden dürfen.
Darf die Badtür nach innen aufgehen?
Nach der Norm für barrierefreies Bauen sollen Drehflügeltüren nicht ins Bad aufschlagen. Eine Schiebetür oder eine nach außen öffnende Tür spart Platz.
Gibt es für ein kleines Bad auch den Zuschuss der Pflegekasse?
Ja. Mit Pflegegrad zahlt die Pflegekasse bis zu 4.180 €, unabhängig von der Größe des Bades.